Divides, Splits and Contradictions

Fotografiene von Jan Hottman

Divides Splits and Contradictions
Teilung, Spaltungen und Widersprüche

In seiner hauptsächlich fotografischen Arbeit beschäftigt sich Jan Hottmann mit Identität, Gender, Körper und Heteronormativität. Ihn interessiert es, neue Perspektiven zu zeigen und mit bestehenden Vorstellung und Zuschreibungen zu spielen.

Für die Ausstellung bringt er mehrere seiner Serien zusammen, die bisher noch nicht gemeinsam gezeigt wurden. So entstehen Verbindungen, die einen zusammenhängenden Blick auf seine Arbeit erlauben.

Während im vorderen Teil des Raumes Einzelbilder aus seinem Portfolio präsentiert werden, zeigt die große Wand im hinteren Teil eine konzeptuelle Zusammenstellung mehrerer Bilder aus unterschiedlichen Serien. Wichtig für diese Zusammenstellung war der narrative Aspekt und die transportierte Stimmung. Aus dieser Zusammenstellung ergab sich auch der Titel der Ausstellung „Divides Splits and Contradictions“. Hier wird das klassiche männliche Ideal verhandelt. Die Protagonisten scheinen zwischen Macht und Ohnmacht hin und her gerissen. Träume und Wünsche der eigenen Identitätsbildung prallen auf Erwartungen und Zuschreibungen sozialer Konformität.

Rhetorisch lehnt sich der Titel der Ausstellung an Alenka Zupancic an, von der auch das Zitat am Eingang der Ausstellung stammt:

In diesem Zusammenhang ist es von wesentlicher Bedeutung, dass es sich um etwas handelt, das zunächst sexuelle Unterschiede als Differenz oder Spaltung darstellt. Und das tut es, indem es uns zwingt, es als eine Spaltung, eine Spaltung derselben Welt zu betrachten. Die traditionelle Trennung zwischen männlicher und weiblicher Welt sieht sexuelle Differenz eigentlich nicht als Unterschied, sondern als eine Frage der Zugehörigkeit zu zwei getrennten Welten, die von einer natürlichen Vogelperspektive aus gesehen „verschieden“ sind, ansonsten aber als integrale Bestandteile in einer Hierarchie höherer kosmischer Ordnung koexistieren, deren Ganzheit und Einheit durch diese „Differenz“ keineswegs bedroht ist.